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"Jazz - Eigener Sound auf den Spuren von John Coltrane und der Trapp-Familie"
(www.omm.de / 12.12.2005)
Gaby Schenke´s Second Edit ?Getting Serious?
Jetzt wird´s ernst
Von Frank Becker
Die Damenriege am Jazz-Saxophon hat schon lange die Domäne der Herren
erobert, denkt man z.B. nur an Barbara Thompson und Candy Dulfer. Seit 1991 mischt
energisch Gaby Schenke an Alt- und Spransaxophon mit, als Begleiterin bekannter
Größen, mit eigenen Bands und den CDs "Take 2 - so easy"
(im Duo mit Béatrice Kahl) und "Brass Deluxe - Good Times" mit
ihrer Band "2nd Edit" vor einem Jahr. Jetzt aber wird´s offensichtlich
erst ernst, denn "Getting Serious" nennt Gaby Schenke ihr zweites Album
mit 2nd Edit. Da zeigt sie energisch und kreativ, was sie drauf hat. Und das ist
eine Menge.
Ihre neun eigenen Kompositionen, die in das Album geflossen sind, haben Format.
"Faber" zitiert zwar völlig unverblümt über längere
Strecken "My Favorite Things" aus "The Sound Of Music" von
Rogers & Hammerstein, ist aber wie weiland John Coltranes Adaption durchaus
als eigenes Produkt Gaby Schenkes zu betrachten - ein Genuß für Ohr
und Rhythmusgefühl. Béatrice Kahl am Klavier und der vorzügliche
Perkussionist Nené Vásquez stehen ihr und ihrem Sopransaxophon "faber"haft
zur Seite. Die 8:53 Minuten gehen viel zu schnell vorbei. Schenke und Kahl sind
ein dynamisches Duo, das zwar die Mitspieler nicht zu Statisten macht, aber seine
Dominanz Stück für Stück unter Beweis stellt. Es gibt wohl keinen
Musiker, der da nicht gerne als Sideman in den relativen Schatten träte.
Eine epische Schwelgerei ist die "September Suite", ein Spaziergang
durch Tempi und musikalische Landschaften - rhythmusbetont und Spielfeld für
Jackowski und Vásquez "Turnaround", Andreas Edelmann bekommt
seine Chance in "Inner Search", und selbst das nur halbminütige
"Interlude" ist ein Bonbon. Schwung, Drive und ein bißchen Funk
kommen mit "Anybody Home", bevor "A Little 3/4" einen virtuos-gedankenvollen
Schlußpunkt setzt.
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